Der Müller - Mühlen im Hessenpark

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Der Müller

Handwerk


Er mahlet das Korn zu dem täglichen Brot -                                                                                                  Altes Brot ist nicht hart,
und haben wir dieses so hat's keine Not.                                                                                                          kein Brot... das ist hart!
                                                                                                            - unser täglich Brot gib uns heute -

Der Müller


Der Müller stellte in der Mühle Mehl und Schrot für die Ernährung her. Ein Mahlzwang wies den Bauern ihre zuständige Mühle zu. Als Nachweis wurde für jeden Scheffel Getreide eine Kerbe in ein Kerbholz geschnitzt. Dem Müller stand als Lohn die Metze, ein Sechzehntel je Scheffel des angelieferten Getreides, zu. Die Bauern unterstellten ihm nicht ganz unbegründet, oft zu seinen Gunsten falsch zu messen.
Ein sehr begehrter Beruf des Mittelalters ist der des Müllers. Obwohl die meisten Bauern über ein Feld verfügten, hatte nur der Müller das Recht, zu mahlen. Hielten sich andere nicht an diese Vorschrift und mahlten ihr Korn selbst, mussten sie mit sehr hohen Strafen rechnen. Neben dem Mahlen gehörte auch die Instandhaltung der Mühle, meist Wind- oder Wassermühle, zu seinem täglich Brot. Um diesen Pflichten uneingeschränkt nachgehen zu können, waren Müller und häufig auch die Gesellen von anderen Diensten, wie dem Kriegsdienst befreit.

Als Müller wird der Handwerksberuf bezeichnet, dem die Herstellung von Mehl oder Gewürzen, Pflanzenöl oder auch Futtermitteln obliegt. Daneben nennt man den Besitzer oder Betreiber einer Mühle Müller.

Der Müller produziert:
• in einer Futtermühle aus pflanzlichen, tierischen und mineralischen Grundstoffen Mischfutter für Nutz-, Heim-, Zootiere und Wild
• in einer Getreidemühle aus Weizen, Roggen und seltener aus Dinkel u. a. Schrot, Grieß, Dunst und Mehl sowie Kleie
• in einer Gewürzmühle aus Gewürzsaaten, Kräutern und Mineralstoffen Gewürzpulver, Schrote, Blattverschnitt und gerebelte Gewürze
• in einer Ölmühle aus Raps, Sonnenblumen-, Soja- oder Leinsamen u. a. Speiseöl
• in einer Schälmühle aus Hafer, Gerste, Mais, Reis und Hirse u. a. Haferflocken, Grütze und Graupen.

Anforderungen
• Körperliche Belastungsfähigkeit
• Technisches Verständnis
• Handwerkliches Geschick
• Räumliches und abstraktes Denken
• Bereitschaft zu unregelmäßiger Arbeitszeit

Berufskrankheiten
• Taub - vom Lärm in der Mühle
• Sehkraft eingeschränkt - keine elektrische Beleuchtung in der Mühle
• Staublunge - Mehlstaub legte sich auf die Lunge
• Asthmatische Veranlagung - keine Heizung in der Mühle

Sozialgeschichte des Müllerberufs

Im Mittelalter bis in die Frühe Neuzeit galt das Müllergewerbe als anrüchig und „ehrlos“. In der Frühen Neuzeit wurden es vielenorts zu den „unehrlichen“ Berufen gezählt. Im konkreten Fall gelang es den Müllern aber in der Regel, durch die Obrigkeit rehabilitiert zur werden. In anderen Fällen wurden ihnen Betrügereien nachgesagt.

Diese Betrugsvorwürfe dürften aber weitgehend üble Nachrede gewesen sein: In der Realität waren Müller nicht betrügerischer als andere Handwerker. In den städtischen Ständegesellschaften des Mittelalters wurden Kinder aus Müllerfamilien meist von der Aufnahme in andere Zünfte ausgeschlossen. Erst Mitte des 16. Jahrhunderts erhielten sie durch Reichsgesetze der Jahre 1548 und 1577 die Möglichkeit, ein anderes Handwerk zu erlernen.


Bilder aus dem Müllerleben.

Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/M%C3%BCller

 
 
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