Sackausklopfmaschine - Mühlen im Hessenpark

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Sackausklopfmaschine

Sonstige Maschinen



Es ist halb verloren, was man in alte Säcke füllt.

 

Die Sackausklopfmaschine

Früher kam kein Gramm Mehl um. Dazu diente unter anderem eine Sackausklopfmaschine. Der leere Mehlsack wurde eingelegt und im geschlossenen Kasten mit entsprechendem Gebläse (Absaugvorrichtung) durch rotierende Lederstreifen ausgeklopft, um das im Material des Sacks festsitzende Mehl zu lösen und nutzen zu können.

Fabrikat im Freilichtmuseum Hessenpark:
Mühlenbauanstalt, C. G. Kaiser & Reimelt, Leipzig, Lutherstr. 8

 
 

Funktionsweise

Wenn Mehl in den Stoffsäcken gelagert und transportiert wird, bleibt nach dem Leeren immer ein Rest im Sack zurück. Werden dann die Säcke nicht vollständig gereinigt fängt dieser Rest nach einiger Zeit an zu schimmeln und es entsteht ein Nährboden für Bakterien und Schädlinge (Mehlwürmer, Mehlmotten, usw). Dies kann bis zur völligen Unbrauchbarkeit der Säcke führen.
Eine Reinigung durch Ausklopfen von Hand ist auf Grund der damit verbundenen Staubentwicklung nicht empfehlenswert und kann die Mehlreste nicht komplett entfernen. Auswaschen führt dazu, daß der im Mehl vorhandene Kleber in das Gewebe eindringt und die Säcke nach dem Trocknen hart wie ein Brett werden und das Gewebe brechen kann. Dies führte zur Entwicklung von Sackklopfmaschinen unterschiedlichster Ausführung sowohl für den Hand- als auch für den maschinellen (Transmission) Antrieb.
Das System ist bei beiden Antriebsarten in etwa ähnlich. Die Maschine besteht aus einem kastenförmigen Gehäuse in das der Sack über eine Öffnung zugeführt wird. Im Inneren rotiert eine Welle, auf der mehrere, am Ende beschwerte Lederriemen (Schläger) angebracht sind. Diese Schläger "prügeln" nun auf den Sack ein und klopfen das Mehl heraus. Dieses wird über eine Absaugeinrichtung (rotierendes Flügelrad) mehreren Filterschläuchen zugeführt, in denen sich das Mehl ablagert und die weitgehend staubfreie Luft nach außen entweicht.
Diese Filter werden nun von Zeit zu Zeit gereinigt, wobei je gereinigtem Sack ca. 80 bis 100 gr "Klopfmehl" anfallen. Dieses Klopfmehl kann dann vom Müller als Viehfutter verkauft werden.
Nach Aussage einer älteren Besucherin war allerdings nach dem zweiten Weltkrieg auch als solches gekennzeichnetes Mehl im Handel für den Verzehr im Angebot. Dies dürfte allerdings nicht mit den heutigen Hygienevorschriften in Einklang zu bringen sein.

Quelle: Günter Lippert

 
 
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